Die Sehnsucht des Parkhauses nach der Garage ...

… oder wie man eine Firmen-Akquisition ad absurdum führt. 

Klein ist beweglich, klein ist flink, klein braucht wenig Regeln. Un- oder Ordnung, Risiken und Chancen sind sofort zu sehen. Deswegen gibt es den Mythos von der Garage, in der alle Internet start ups angefangen haben sollen. 


Sie sind klein, brauchen keine langen Entscheidungs-wege einzuhalten, es gibt wenig (Verkehr / Interaktion) zu regeln, Hierarchie spielt keine Rolle, alles spielt sich auf einer "Ebene" ab. 

Und ganz häufig laufen in den kleinen Garagen aber ganz andere Vorgänge und finden sich völlig andere Dinge  als „Autos“, die man zuvorderst darin vermuten würde: Die Garage ist
ein Sinnbild, ein Container für das, was ihr Besitzer darin und daraus macht. 

Die Garage ist klein, aber ein riesiger Möglichkeitsraum ...

Ganz im Gegensatz zum Parkhaus: Darin findet nichts anderes statt als das Bewegen und Parken von Autos. Viel Kapital wird gerollt und verdient.
Es gilt die Strassenverkehrs-ordnung, große Pfeile am Boden geben die Bewe-gungsrichtung vor und die Deckenhöhe ist begrenzt.
Das Ordnungsamt wacht und wird aktiv, wenn im Parkhaus etwas anderes passiert als das Erlaubte.

Trotzdem hat das Parkhaus noch Erinnerungen an seine eigenen Anfänge und träumt davon, manchmal wieder so zu sein, wie es noch jung war -  ein Raum mit Hoffnung und Zukunft, in dem vieles möglich war.

Ach -, eine Renovierung stünde an - grundlegend, mutig - nach den Anforderungen der Gegenwart und der Zukunft!

Aber die Parkhäuser glauben ganz fest daran, dass sie selbst nie wieder so sein können wie die Garagen und mittlerweile fürchten sie sich auch ein bisschen vor dem „Chaos“ der Renovierung.


Und deswegen kaufen sehnsüchtige Parkhäuser manchmal Garagen, hoffnungsvoll wie
sie selbst, als sie noch jung waren.

Und sie rücken an mit Verkehrsleitplanken, Schranken und Höhenbegrenzern und dem
Ordnungsamt … und machen aus der Garage mit allergrößter Hoffnung und
unnachsichtiger Verständnislosigkeit  … na, was wohl?




Herzliche Grüsse

Thomas Huber