Dummheit und Eitelkeit

Die Eitelkeit und die Dummheit - sind beide männlich ...

Betrügereien bei Volkswagen und Siemens, Korruption bei der FIFA und Formel 1, die unaufhörlich-unersättliche Gier bei den Banken, die Prozesshanseln von der Deutschen Bank  … für mich sind (nicht nur) diese Schlagzeilen in ihrer gefühlten Häufung ein Grauen.  

Und es sind meistens Männer, oft Seilschaften von Männern, die den Hals nicht voll kriegen, zu lange auf dem Thrönchen sitzen, zu lange hofiert, hingenommen, geduldet werden. 

Es sind allermeistens alte Männer in - allermeistens - großen Unternehmen. Der Machtmißbrauch ist unerträglich. Und es ist alarmierend, wie wenig die soziale Kontrolle durch gemeinsame gesellschaftliche Werte und Selbsreflektion in solchen Fällen noch wirkt. Und wie auch juristische Kontrolle viel zu spät eingreift - wenn überhaupt.

Was in einem lesenswerten Artikel in der ZEIT http://bit.ly/1hrc9dm stand, scheint durch die gehäuften Fälle belegt: mehr und mehr Psychopathen treiben in den Chefetagen großer Unternehmen ihr Unwesen. Scharf auf Status, extrem manipulativ, ausreichend intelligent, ausschliesslich am eigenen Interesse orientiert, Spass an der eigenen Dominanz und der Angst anderer, dabei arm an eigenen (Mit-) Gefühlen. Und desillusionierend der Schlusssatz des Psychologen Jens Hoffmann: "Anlegen würde ich mich mit einem Psychopathen nicht …“.

Seid ihr denn total bescheuert? Diese Art von Unternehmensführung ist weit weg vom sozialen Frieden: sie fördert eine Form der Verachtung von „unten“ nach „oben“, die zu Hilflosigkeit und Zynismus in den Unternehmen und der Gesellschaft führt - (alleine der Steuerschaden, der durch den Betrug bei VW entsteht und durch die Bürger zu tragen ist ,- siehe HANDELSBLATT vom 22. Oktober http://bit.ly/1GlwSvO).

Eine Lösung, die wir selbst herbeiführen können kann aus meiner Sicht sein, die auf Hierarchie und Spitzenmanager ausgerichteten Unternehmensstrukturen konsequent umzubauen: Unternehmens-Plattformen mit geteilten, überlappenden Verantwortungen müssen gebildet werden, in denen diejenigen Personen die Entscheidungen in einem Starken Konsens treffen, welche die Verantwortung für einen Unternehmensbereich gemeinsam tragen.

Ein anderer Teil der Lösung: konsequente Übererfüllung der gesetzlichen Frauenquote in Führungsmannschaften. Klar: Frauen sind auch nicht die besseren Menschen!
Aber das würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich männliche Narzisten und Psychopathen häufiger auf den Hinterbänken der Ohn-Macht finden.

Und den Herren-Managern, denen immer noch nur der Satz einfällt am Ende muss EINER entscheiden, empfehle ich z.B. die Lektüre der GORE Unternehmensleitlinien http://bit.ly/1MFU98g, insbesondere S. 3 und 4.



Thomas Huber